Fragen an und Antworten von Christian Stenger
im Mai 2014

"Wir wollen unsere Arbeit ein bisschen anders machen und verstanden wissen"

Zur Person:
Als Sohn von Michael Stenger war das Leben von Christian Stenger (30) im gleichnamigen Unternehmen in Goldbach von den Äpfeln der umliegenden Streuobstwiesen geprägt. So überraschte es niemand, dass er später - nachdem er seinen Vater schon von klein auf auf Schritt und Tritt durch die Kelterei begleitet hatte - die Ausbildung zum Süßmoster begann und als Meister abschloss. 2012 übernahm er bereits von einem Freund seines Vaters die Kelterei Rothenbücher im Kahlgrund. Und in nicht allzu langer Zeit wird er auch die Unternehmensnachfolge in der Kelterei Stenger antreten.


Herr Stenger, bei Ihnen fließt vermutlich Apfelsaft durch die Adern?! Hat sich aus Ihrer engen Bindung zum Unternehmen Ihres Vaters eher eine Verpflichtung oder eine Leidenschaft entwickelt?
Nur gut, dass Sie nicht meinen, es wäre Apfelwein, der durch meine Adern fließt (lacht)! Ich empfinde meine Arbeit als eine schöne Mischung aus beidem. Einerseits ist man durch die Familie, die in der Kelterei lebt und arbeitet, natürlich recht fest an das Unternehmen gebunden. Andererseits fasziniert mich diese Mischung aus Tradition, natürlichem Arbeitsmaterial, Handwerk und modernsten Maschinen.

Sie stammen aus der Kelterei Stenger in Goldbach. 2012 haben Sie die Kelterei Rothenbücher im Kahlgrund übernommen. Wie kam das?
Schon von der Meisterschule her war mein Vater mit Walter Rothenbücher, dem damaligen Besitzer der Kelterei Rothenbücher, sehr gut befreundet. Als dieser dann 2011 daran dachte, sich etwas aus dem Trubel zurückzuziehen und sich nur noch auf seine Brennerei zu konzentrieren, kam ich ins Spiel. Im März 2012 war es dann soweit. Im Laufe der nächsten zwei Jahre wird sich bestimmt auch mein Vater mehr auf seine Enkel und anderen Hobbys konzentrieren wollen. Also werde ich auch da die Nachfolge antreten. 

Na da kommt ja eine Menge auf Sie zu?
Bereits in den letzten Wochen ist bei uns viel passiert. Seit April ist für unsere beiden Keltereien der Joachim Bils im Außendienst unterwegs. Damit möchten wir den Kontakt zu unseren Händlern optimieren und vertiefen. Ehrlich gesagt, bin ich nicht so der Typ, der gerne draußen unterwegs ist. Ich kümmere mich lieber um die Aufgaben innerhalb der Kelterei.
Außerdem haben wir die Zusammenarbeit mit unserer Agentur intensiviert, die uns schon im Herbst unseren Internetauftritt erneuert hat. Gemeinsam haben wir unsere Dachmarke "KeltereiManufaktur Rothenbücher" entwickelt. Mit einer eigenen frischen Optik und einer komplett neuen Gestaltung der Etiketten haben wir unsere Säfte und Schorlen unter dieser neuen Marke zusammengeführt. Wir sind total happy damit. Und hoffen natürlich, dass Alles den Händlern und vor allen Dingen unseren Kunden genauso gut gefällt - und natürlich schmeckt!
Ich persönlich habe mich in der letzten Zeit intensiv um für uns ganz neue Saft- und Schorlesorten gekümmert. Herausgekommen sind dabei die interessanten Säfte Apfel Johannisbeere, Apfel Holunderbeere und Apfel Granatapfel. Da mich Geschmack und Wirkung des Granatapfels besonders fasziniert haben, kam auch gleich noch eine Granatapfel Schorle dazu.

Ist es das, was Sie besonders gerne tun? Neue Dinge entwickeln?
Ja! Da liegt meine Leidenschaft! Dinge neu zu entwickeln und bestehende Dinge zu optimieren. Und das gilt gleichermaßen für unsere Getränke, deren Optik und alle Maßnahmen, die den Verkauf begleiten, als auch für die gesamten Abläufe in unseren Keltereien. Wir wollen unsere Arbeit ein bisschen anders machen und verstanden wissen, als es die meisten anderen Keltereien tun.
Ok. Bei unseren Apfelweinen behalten wir unsere jahrzehntealten Rezepturen bei. Da soll man einfach die ganze Power unserer regionalen Streuobstwiesenäpfel schmecken!
Aber zum Beispiel bei unseren Säften und Schorlen geht es uns um die Vielfalt, die enorme Bandbreite an Geschmacksrichtungen, die uns all die verschiedenen Früchte anbieten. Pur oder raffiniert gemischt. Und das soll man nicht nur schmecken, sondern auch sehen - in allem, was da auch drumherum passiert.
Es ist mir einfach wichtig, unseren Kunden Qualität und Geschmack aus ihrer Region zu liefern. Wir freuen uns, wenn immer mehr Menschen danach suchen, also wert auf diese Dinge legen. Und wenn sie unsere Flaschen dann wegen ihres schönen Aussehens noch lieber auf ihrem Frühstückstisch stehen haben - wunderbar! So unterstützen wir uns gegenseitig und alle sind zufrieden!

Herr Stenger, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen auf Ihrem Weg viel Freude und Erfolg!